Der Fotograf braucht Licht. Und das häufig nicht zu knapp. Da kommen am Set schonmal einige Blitzgeräte zusammen. Einmal sind es Studioblitze, dann wieder Systemblitze und häufig alles zusammen.
Stolperfallen und blinde Blitze
Wer mit vielen Blitzgeräten agiert und diese dann per Kabel synchronisiert, bzw. auslöst, schafft sich ein paar nette Stolperfallen ans Set. Dem Kunden – und der Versicherung – zuliebe, sollte man dieses Risiko aus der Welt schaffen und auf drahtlos umstellen. Beim ausschliesslichen Blitzen mit den höherklassigen Nikon Kameras und SB-Strobes hat man das Creative Lighting System™ zur Verfügung. Mit diesem kann man mithilfe des eingebauten Kamerablitzes, eines SB900/800 oder der SU-800 Controllereinheit andere SB-Strobes fernzünden. Volle iTTL Unterstützung inklusive. Nutze ich dementsprechend auch ausgiebig.
Das Problem? Funktioniert nicht durch Wände und hat manchmal Probleme bei starkem Sonnenschein, da das System auf einem Steuerblitz basiert. Und die Studioblitze haben von dem System überhaupt nichts. Viele besitzen zwar eine Fotozelle um auf andere Blitz zu reagieren, aber dies unterliegt der gleichen Lichtproblematik und funktioniert ebenfalls nicht immer. Hier liegt also ab und an eine gewisse Betriebsblindheit vor.
Funksysteme
Ein Funksystem ist da sicherer, was das Auslösen betrifft. Da funkbasiert, sind Wände und helles Tageslicht kein Problem. Dafür fällt die TTL Unterstützung weg. Als Fotograf sollte dies allerdings kein Problem sein, komplett mit einer analogen Einstellungen zu arbeiten. Schliesslich gibt es Belichtungsmesser und auch die Preview und das Histogramm einer Kamera helfen einem weiter. Das als Nachteil zu deklarieren gilt also nicht. Was allerdings zu Buche schlägt, ist der Preis solcher Systeme. Geräte namhafter Hersteller kosten locker mal eben 300-400€ pro Sender/Empfänger. Gut, sie quittieren das mit einer hohen Betriebssicherheit und entsprechenden Robustheit, aber trotzdem; 400€ sind kein Pappenstiel. Was liegt also näher, sich nach einer günstigeren Variante umzuschauen.
Der Billigmarkt
Die letzten Jahre sind viele günstige Funksysteme auf dem Markt erschienen, die teilweise unter 70 € zu bekommen sind. Allerdings ist es hier mit der Betriebssicherheit und Robustheit nicht allzu gut bestellt, wie man in einigen Fotoblogs lesen kann. Ein System, welches aus der Menge positiv heraussticht ist das Twinlink System. Gute Kritiken von Blogs und Fachheften liessen mich hellhörig werden. Also habe ich mir das System bestellt.
Twinlink
Das System besteht aus einem Sender, der in den Blitzschuh der Kamera gesteckt oder per Kabel mit der Kamera verbunden wird und einem Empfänger, welcher – bei Studioblitzen – per Kabel verbunden wird. Für Systemblitze besitzt das Gerät einen Blitzschuh zum Aufstecken. Das ist doch schonmal interessant. Die Verarbeitung gefällt mir ausgesprochen gut, lediglich der Blitzschuhadapter des Senders scheint etwas schwächer zu sein, aber da dort kein grosser Druck vorhanden ist, ist das für mich kein Problem. Bei beiden Geräten wird die Antenne mit einer soliden Schraubverbindung befestigt, sehr gut. Die Antennen sind knickbar; so sind auch ungewöhnliche Befestigungen möglich.

Befestigung und Verbindung
Die Empfänger kommen mit einer selbstklebenden Metallplatte. Diese wird an den Studioblitz geklebt. Der Empfänger besitzt einen Magneten, der auf der Unterseite aufgesteckt wird. Damit wird das Gerät an der Metallplatte des Studioblitzes fixiert. Das Syncrokabel, inklusive Klinkenadapter für den Blitz wird mitgeliefert.

Bei der Benutzung mit Systemblitzen kann der Empfänger auf ein Stativ geschraubt werden. Das entsprechende Innengewinde ist vorhanden. Der Blitz selbst wird dann einfach nur noch in den Schuh geschoben und arretiert.
Bedienung
Einfach! Sender und Empfänger auf den selben Kanal stellen. Das war´s. 16 Kanäle stehen zur Verfügung. Der Empfänger verfügt über einen On/Off Switch an der Seite, der Sender hat das leider nicht. Er schaltet sich nach einer frei wählbaren Zeit selbst ab. Über den Awake Button ist er dann wieder betriebsbereit. Etwas sonderbar, aber nicht kriegsentscheidend.
Betriebssicherheit
Wohl das Wichtigste. Und hier muss ich dem System beste Noten bescheinigen. Ich habe die Blitze im Studio durch mehrere Räume hindurch, ohne einen einzigen Auswahl, zünden können. Draussen habe ich bis 100m Entfernung – ebenfalls ohne Ausfall – die Blitze auslösen können. Weiter zu gehen hatte ich keine Lust
Das Besondere – laut Hersteller – ist der Umstand, dass das System nicht nur per Funk auslöst, sondern auch per Infrarot als Zusatzabsicherung. Inwiefern das einen Einfluss auf meine Testergebnisse hatte, weiss ich nicht, da man nicht auswählen kann, ob jetzt Infrarot oder Funk den Blitz auslösen soll. Die Geräte handeln das selbstständig.
Fazit
Günstig, robust, betriebssicher. Meine Erfahrungen mit dem System sind gut. Es ist bei mir seit ca. 2 Monaten im täglichen Einsatz und versieht seinen Dienst.